Selbst- und Fremdgefährdung bei autistischen Kindern entsteht in der Regel nicht aus „Absicht“, sondern aus Überforderung, Reizüberflutung, Frustration oder fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten. Selbst- oder Fremdgefährdung bedeutet nicht, dass das Kind „böse“ oder „nicht erziehbar“ ist. Es ist meist ein Zeichen von Überforderung. Besonders bei Kindern im Autismus-Spektrum (Autismus-Spektrum-Störung) ist Prävention möglich – wenn man Auslöser versteht und Strukturen schafft. Hier sind die wichtigsten Ansätze zur Vermeidung:
Häufige Ursachen:
Reizüberflutung (Lärm, Licht, Gerüche, Menschenmengen)
Unklare Erwartungen oder plötzliche Veränderungen
Kommunikationsprobleme
Schmerzen oder körperliches Unwohlsein
Überforderung durch soziale Situationen
Führen Sie ein Verhaltensprotokoll:
Was geschah vorher?
Wie reagierte das Kind?
Was half danach?
So lassen sich Muster erkennen und gezielt verändern.
Autistische Kinder profitieren stark von:
festen Tagesabläufen
visuellen Plänen (Bildkarten, Timer)
klaren, kurzen Anweisungen
ruhigen Rückzugsorten
Vorhersehbarkeit reduziert Angst – und damit aggressives oder selbstverletzendes Verhalten.
Wenn Sprache eingeschränkt ist, steigt Frustration. Einfache Mittel können helfen, dass das Kind seine Gefühle ausdrücken kann:
Bildkarten (z. B. PECS)
Gebärden
Kommunikations-Apps
einfache Wahlmöglichkeiten („Möchtest du A oder B?“)
Das Kind soll Bedürfnisse äußern können, bevor es zu einer Eskalation kommt.
Viele Kinder zeigen deutliche Warnsignale vor einem Meltdown:
Unruhe
Ohren zuhalten
Rückzug
schnelleres Atmen
stereotype Bewegungen nehmen zu
Früh eingreifen, bevor es kippt:
Reize reduzieren
Pause anbieten
ruhigen Ort aufsuchen
Wenn es bereits zu Selbst- oder Fremdgefährdung kommt:
Ruhig bleiben (keine langen Diskussionen)
Umgebung sichern (gefährliche Gegenstände entfernen)
Wenig sprechen – klare, ruhige Stimme
Möglichst nicht festhalten, außer bei unmittelbarer Gefahr
Nach der Situation: nicht bestrafen – sondern analysieren.
Bei wiederholter Gefährdung sollten Fachstellen einbezogen werden:
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Verhaltenstherapie
Ergotherapie (Sensorik)
Autismus-Therapiezentren
In schweren Fällen kann eine medizinische Abklärung notwendig sein.
Chronische Belastung erhöht Konflikte. Unterstützung annehmen:
Entlastungsangebote/Supervision/kollegiale Fallberatung/Fachberatung Autismus
für Eltern: Selbsthilfegruppen/Familienberatung mit Schwerpunkt Autismus